
Behutsam Einschlafstillen abgewöhnen
Das Einschlafstillen ist für viele Mütter und Babys ein wertvoller Teil der Stillbeziehung. Doch mit zunehmendem Alter deines Kindes oder veränderten Lebensumständen, wie z.B. deiner Rückkehr zur Arbeit, wird das Abgewöhnen des Einschlafstillen oft notwendig. Hier erhältst du Tipps, wie du deinem Baby das Einschlafstillen abgewöhnen kannst.
Inhalt:
- Wie Einschlafstillen abgewöhnen?
- Wann man das Einschlafstillen abgewöhnen sollte
- Wie Abstillen? – Unsere Abstill-Tipps
- Fragen und Antworten zum Einschlafstillen
Wie Einschlafstillen abgewöhnen?

In der Regel hört das Einschlafstillen nicht von allein auf. Deinem Baby das Einschlafstillen abzugewöhnen, wird also keine leichte und schnellerledigte Umstellung sein, sondern eine bei der du viel Geduld und Einfühlungsvermögen brauchen wirst. Häufig läutet das Einschlafen ohne Stillen auch den Prozess des Abstillens ein.
Wir empfehlen ein schrittweises, sanftes Vorgehen, wenn dein Baby lernen soll ohne Stillen einzuschlafen:
Stillen und Einschlafen trennen: Versuche, die Stillzeit vom Einschlafen zu trennen. Beginne z.B. mit einem Mittagsschlaf ohne Stillen oder läute den Nachtschlaf ohne Stillen ein. Eine feste Routine, bei der dein Kind nur zu bestimmten Zeit zum Einschlafen gestillt wird, kann helfen, dass dein Baby mit der Zeit lernt, ohne deine Brust zu schlafen.
Löse dein Baby vorzeitig von deiner Brust/der Flasche: Wenn du dein Baby zum Einschlafen stillst und merkst, dass es langsam einschläft und nicht mehr so stark nuckelt, löse es vorzeitig, aber vorsichtig von deiner Brust bzw. der Flasche.
Schnuller geben: Zusätzlich kannst du deinem Baby auch einen Schnuller zum Einschlafen geben, da das Nuckeln am Schnuller beruhigend wirken kann.
Partner einbeziehen: Kann dein Partner das Zubettbringen übernehmen? Das hilft, eine neue Bezugsperson beim Einschlafen zu etablieren.
Führe die Veränderungen langsam ein und gib dir und deinem Kind Zeit euch an die neue Situation zu gewöhnen. Sehr wahrscheinlich wird dein Baby die Umstellung nicht ohne Protest hinnehmen und zu Beginn der Umstellung viel schreien und weinen – bleib also geduldig. Jedes Kind ist anders und das Lösen der Schlafassoziation mit Stillen kann einige Wochen oder Monate dauern.
Wann man das Einschlafstillen abgewöhnen sollte

Der richtige Zeitpunkt, wann dein Baby ohne Brust einschlafen soll, ist eine individuelle Entscheidung. Mütter, die das Einschlafstillen beenden möchten, befinden sich häufig zeitgleich auch in der Phase des Abstillens, also ab einem Alter von 6 Monaten. Manche Eltern beginnen mit dem Abgewöhnen des Einschlafstillens mit 10 Monaten. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfiehlt hier aber ausschließliches Stillen bis zum mindestens 6. Lebensmonat. Danach kannst du schrittweise mit dem Abstillen beginnen, wenn es für dich und dein Baby passend erscheint. Wichtig ist, dass du die Entscheidung nicht unter Druck triffst, sondern den Zeitpunkt wählst, der sich für euch beide richtig anfühlt.
Warum dein Baby beim Stillen einschläft
Stillen wirkt beruhigend, was ein evolutionär bedingter Schutzmechanismus ist1. In der Steinzeit bedeutete der enge Körperkontakt eines Babys zu seiner Mutter überlebenswichtigen Schutz vor Gefahren wie wilden Tieren oder Kälte. Dieses Grundbedürfnis nach Nähe ist in unseren Babys bis heute verankert. Beim Stillen wird das Hormon Oxytocin ausgeschüttet, das den Stresshormon-Spiegel bei Mutter und Baby senkt und Entspannung ermöglicht. Zusätzlich ist die Zusammensetzung von Muttermilch eine besondere und enthält viele Hormone, von denen einige auch dabei helfen, den Schlafrythmus von Babys zu regulieren.
Wie abstillen? – Unsere Abstill-Tipps

Das Abstillen ist eine besondere Phase in der Mutter-Kind-Beziehung und für jede Familie einzigartig. Es markiert einen wichtigen Entwicklungsschritt, bei dem sowohl du als Mama als auch dein Baby neue Erfahrungen machen. Ob du schrittweise oder schnell abstillen möchtest, ob medizinische Gründe oder persönliche Entscheidungen eine Rolle spielen – wichtig ist, dass du achtsam und liebevoll mit dir und deinem Kind umgehst.
Wie lange stillen?
Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfiehlt, Babys sechs Monate voll zu stillen und anschließend bis zu zwei Jahre oder länger weiter zu stillen. Die Entscheidung, wie lange du stillen solltest, liegt bei ganz bei dir und den Bedürfnissen deines Babys. Beachte aber, das Stillen zahlreiche Vorteile bietet:
Stillen stärkt das Immunsystem deines Babys
Stillen fördert eure Bindung
Stillen kann das Brustkrebs- und Eierstockkrebsrisiko der Mutter senken
Gründe für das Abstillen können ganz unterschiedlich sein. Manchmal sind es bestimmte medizinische Umstände, wie z.B. Medikamenteneinnahme, manchmal ist eine persönliche Entscheidung der Mutter oder das Kind verlangt weniger nach der Brust der Mutter. Wichtig ist, dass du dich als Mama mit der Entscheidung abzustillen wohlfühlst, während die Bedürfnisse deines Kindes voll gedeckt sind. Zusätzlich, wird spätestens zum Beginn des 7. Lebensmonats die Einführung von Beikost empfohlen.
Wie lange dauert das Abstillen?
Wie lange das Abstillen dauert, hängt maßgeblich davon ab wie schnell der Prozess ablaufen soll. Abstillen kann sanft über mehrere Wochen oder Monate erfolgen, indem du schrittweise Stillmahlzeiten ersetzt. Dies wird im Allgemeinen als sanftes Abstillen bezeichnet und ist flexibel, da es eine schonende Umstellung ermöglicht.
In manchen Fällen, etwa aus medizinischen Gründen, ist ein schnelles Abstillen notwendig. Dieser Prozess dauert etwa drei Wochen und kann durch natürliche Mittel oder Medikamente unterstützt werden. Dabei ist es aber wichtig, die emotionale Nähe zu deinem Baby weiter zu pflegen. Auch beim Abstillen mit der Pumpe erfolgt die Reduktion schrittweise und individuell.
Die Milchproduktion lässt in der Regel nach etwa vier Wochen nach. Hilfreich kann das Trinken von Salbeitee sein, der die Milchbildung reduziert. Generell empfehlen wir, dass du dich von einer Hebamme oder Stillberaterin begleiten lässt, um den Prozess optimal für dein Baby und dich zu gestalten.
Mit Baby-led Weaning von Muttermilch auf feste Nahrung
Baby-led Weaning (BLW) ist ein Ernährungskonzept für die Umstellung auf feste Nahrung, bei der dein Baby von Anfang an selbstständig isst. Anders als bei der traditionellen Beikost, wo du deinem Baby Brei oder pürierte Speisen mit dem Löffel gibst, kriegen Babys beim BLW von Beginn an finger- und babygerechte Lebensmittel, also Baby-Fingerfood. Anfangs geht es mehr ums Erforschen als ums tatsächliche Essen. Beobachte dein Baby genau und bleibe gelassen, denn jedes Kind lernt in seinem eigenen Tempo.
Wichtig: Stillen oder Fläschchen bleiben auch beim Baby-led Weaning zunächst die Hauptnahrungsquelle.
Fragen und Antworten zum Einschlafstillen
Was ist Einschlafstillen?
Einschlafstillen ist eine natürliche Methode, bei der Mütter ihre Babys an der Brust einschlafen lassen. Es ist eine besonders kuschelige und vertrauensvolle Art des Stillens, die dem Baby Geborgenheit und Sicherheit vermittelt. Gleichzeitig hilft es Müttern, ihr Kind schnell und sanft in den Schlaf zu begleiten.
Hört Einschlafstillen von allein auf?
Einschlafstillen hört im Allgemeinen nicht von selbst auf. Mit zunehmendem Alter des Kindes werden alternative Einschlafrituale wichtiger. Eltern können aktiv den Prozess gestalten, indem sie schrittweise andere Einschlafmethoden einführen und dem Kind Sicherheit und Nähe auf andere Weise vermitteln.
Wie lange ist Stillen medizinisch sinnvoll?
Medizinisch ist Stillen mindestens sechs Monate sinnvoll, idealerweise bis zu zwei Jahren. Muttermilch bietet wichtige Nährstoffe, Immunschutz und fördert die Entwicklung. Nach sechs Monaten kann zusätzlich Beikost eingeführt werden.
Wie ist die WHO-Empfehlung für das Stillen?
Die WHO empfiehlt, Babys bis zum einschließlich sechsten Lebensmonat ausschließlich zu stillen. Anschließend sollte die Stillzeit mit Beikost fortgesetzt werden, mindestens bis zum zweiten Lebensjahr. Diese Empfehlung basiert auf den umfassenden gesundheitlichen Vorteilen für Mutter und Kind.