Wie lange dauern Nachwehen – und was hilft?

Wie lange dauern Nachwehen – und was hilft?

Artikel
Feb 7, 2025
6 mins

Nachwehen gehören zur natürlichen Rückbildung der Gebärmutter nach der Geburt, können aber sehr unterschiedlich verlaufen. Während manche Frauen sie kaum spüren, halten sie bei anderen mehrere Tage bis Wochen an. Besonders Mütter, die ihr zweites oder drittes Kind bekommen, berichten von intensiveren Nachwehen.1 Hier erfährst du alles Wichtige zu Nachwehen, wie lange Nachwehen dauern können und was dir bei den Beschwerden helfen kann.  

Was sind Nachwehen?

Nachwehen sind Unterleibsschmerzen, die Frauen kurz nach der Geburt ihres Babys erleben. Ähnlich wie Regelschmerzen können Nachwehen auch als Rückenschmerzen wahrgenommen werden. Ausgelöst werden Nachwehen dabei durch das schmerzhafte Zusammenziehen der Gebärmutter bzw. des Uterus. Diese Kontraktionen sind wichtig für die Rückbildung der Gebärmutter nach der Geburt, da sie dafür sorgen, dass sie sich wieder auf ihre Normalgröße zurückziehen kann. Die Nachwehen können dabei in den ersten Tagen recht intensiv sein und manchmal sind die Schmerzen sogar so stark, dass Schmerzmittel benötigt werden. 

Besonders betroffen von starken Nachwehen sind Mütter, die ihr zweites oder drittes Kind bekommen. Der Grund dafür ist, dass die Gebärmutter bei Mehrgebärenden stärker arbeiten muss, um sich auf ihre ursprüngliche Größe zurückzuziehen.

Nachwehen nach einem Kaiserschnitt – wie lange?

Egal, ob du dein Baby vaginal oder per Kaiserschnitt zur Welt bringst - die Rückbildung der Gebärmutter erfolgt in beiden Fällen und wird oft von Nachwehen begleitet. Auch im Wochenbett nach einem Kaiserschnitt wirst du wahrscheinlich die Kontraktionen spüren. Wie lange du Nachwehen nach einem Kaiserschnitt haben wirst, ist individuell verschieden, dauert aber meist ein paar Tage. Wenn du bereits Mutter bist und nun dein zweites oder drittes Kind bekommst, wirst du die Nachwehen vermutlich intensiver und länger spüren.  

Nachwehen beim Stillen

Wenn du dein Baby stillst, treten häufig Nachwehen auf. Dies ist ein völlig natürlicher Prozess, der eine wichtige Funktion erfüllt: Beim Stillen wird das Hormon Oxytocin ausgeschüttet, das Kontraktionen der Gebärmutter auslöst. Oxytocin ist auch als "Kuschelhormon" bekannt und ist ein wichtiges Hormon für die Mutter-Kind-Bindung. Zudem fördert es die Milchbildung, sorgt gleichzeitig für positive Gefühle und hilft dir Stress abzubauen.2 Denk also daran: Auch wenn die Nachwehen nach einer Entbindung unangenehm sind, sind sie ein wichtiges Zeichen für die Heilung deines Körpers. 

Nachwehen beim Stillen

Was hilft bei Nachwehen?

Um die Schmerzen der Nachwehen zu lindern, kannst du verschiedene Dinge ausprobieren: 
 

  • Wärme: Wärme kann Nachwehen lindern - nutze dafür z.B. eine Wärmflasche oder ein Wärmekissen. Nach einem Kaiserschnitt solltest du aber besonders vorsichtig sein, da die Operationsnarbe sehr empfindlich ist.
  • Atemübungen: Die Atemübungen, die dich bei den Geburtswehen unterstützten, können auch bei Nachwehen Linderung verschaffen. 
  • Regelmäßig Wasserlassen: Eine volle Blase drückt auf die Gebärmutter. Gehe regelmäßig auf die Toilette, um Blase und auch Darm zu entleeren.
  • Magnesium: Magnesium ist wichtig für gesunde Muskeln und kann krampflindernd wirken. Schwangere und stillende Frauen benötigen etwa 300 mg täglich. Sprich mit deinem Arzt über ein geeignetes Magnesiumpräparat.3
  • Krampflösende Tees: Verschiedene Tees, wie z.B. Gänsefingerkraut-Tee, können krampflösend wirken. 
  • Bauchlage: Viele Frauen empfinden die Bauchlage bei Nachwehen als besonders entspannend. 
  • Fußmassagen: Eine jüngere Studie hat ergeben, dass eine Fußreflexzonenmassage Nachwehen lindern kann. Sprich am besten mit deiner Hebamme dazu.4
  • Ruhe und Entspannung: Gönne dir all die Ruhe und Entspannung, die du brauchst. Körperliche und mentale Anstrengung kann die Nachwehen verstärken.
  • Schmerzmittel: Wenn nichts mehr hilft und die Schmerzen der Nachwehen zu stark werden, empfiehlt es sich, dass du mit deinem Arzt/deiner Ärztin über die Einnahme von Schmerzmitteln sprichst.  

Dauer der Gebärmutter-Rückbildung im Wochenbett

Das Wochenbett ist die Zeit nach der Entbindung deines Babys und dauert ca. 6 – 8 Wochen. Diese Zeit braucht dein Körper, um sich von der Schwangerschaft und Geburt zu erholen. Neben den Nachwehen gehört auch der Wochenfluss zur Rückbildung. Auch wenn die meisten Frauen Nachwehen erleben, gibt es trotzdem Mütter, die keine Nachwehen haben, vor allem Erstgebärende – doch jede Frau erlebt nach der Entbindung den Wochenfluss. Viele Mütter erleben in dieser Phase auch den Babyblues.

Der Prozess der Rückbildung der Gebärmutter läuft wie folgt ab5:

  • In den ersten 5 – 7 Tagen bildet sich der Uterus allmählich zurück, was durch Kontraktionen der Gebärmutter, auch Nachwehen genannt, stattfindet.
  • Nach 5 – 7 Tagen ist die Gebärmutter fest und nicht mehr empfindlich.
  • Nach 2 Wochen ist der Uterus nicht mehr vom Bauch aus zu ertasten.
  • Nach 4 – 6 Wochen hat die Gebärmutter wieder ihre ursprüngliche Größe. 

Wie lange dauert der Wochenfluss nach der Geburt?

Nach der Geburt kommt es zum sogenannten Wochenfluss, bei dem sich deine Gebärmutter von Wundgewebe reinigt. Dieser Prozess dauert etwa 6 Wochen. Die Farbe des Ausflusses verändert sich dabei: In den ersten 3-5 Tagen ist er blutig, wird dann bräunlich, später gelblich und nach etwa 3 Wochen grau-weißlich. Ein fader, aber nicht unangenehmer Geruch ist normal. Achte in dieser Zeit besonders auf gute Hygiene und lass dich zusätzlich von deiner Hebamme beraten.6

Babyblues nach der Geburt

Nach der Geburt können auch psychische Veränderungen auftreten. Besonders, wenn es dein erstes Baby ist, brauchst du Zeit, dich an deine neue Rolle als Mutter zu gewöhnen und einen neuen Tagesablauf mit deinem Baby zu entwickeln. Ein häufiges, psychisches Phänomen, das viele Frauen nach der Entbindung erleben, ist der Babyblues. Der Babyblues ist ein kurzzeitiges Stimmungstief, das meist nach wenigen Tagen oder Wochen verschwindet. Ernster ist die Wochenbettdepression, die etwa 10-15% der Mütter betrifft. In seltenen Fällen (1-2 von 1000 Geburten) kann sich eine Wochenbettpsychose entwickeln.7 Sei offen mit deinem Partner, deiner Familie und Freunden, wenn du dich überfordert fühlst und emotionale Unterstützung brauchst.

Ab wann Rückbildungsgymnastik beginnen?

Auch deine Muskeln brauchen nach der Entbindung Zeit zur Regeneration. Rückbildungsgymnastik hilft dabei, die überdehnten Bauch- und Beckenbodenmuskeln wieder zu stärken. Nach einer natürlichen Geburt kannst du bereits nach wenigen Tagen mit leichten Übungen beginnen. Nach Kaiserschnitt oder Dammschnitt solltest du 4-6 Wochen warten.

Häufig treten anfangs Probleme wie Inkontinenz auf, besonders beim Lachen oder Niesen. Dies bessert sich meist mit der Zeit und durch gezieltes Training. Und keine Sorge, wenn dein Bauch nach der Geburt noch wie ein Schwangerschaftsbauch aussieht - das ist völlig normal. Deine Bauchmuskulatur und Gebärmutter brauchen einfach Zeit, um sich wieder zurückzubilden.8

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